Numismatische Kommission,
Österreichische Akademie der Wissenschaften

Die Frühgeschichte des Falschgelds

Falschgeld ist die verborgene Rückseite des offiziellen Geldverkehrs, es ist eine höchst kunstvolle Art der Desinformation. Durch seine Funktionsweise stellt es zugleich den Informationscharakter des „echten“ Geldes in Frage, denn dieses basiert in gewisser Weise gleichfalls auf Desinformation. Die versteckte Verwandtschaft des „echten“ Geldes zum Falschgeld läßt sich an der offiziellen Bildsprache erkennen, die sich auf Geld findet. Diese ist bemüht, die das Geld ausgebende Körperschaft, in den meisten Fällen also den Staat, in möglichst einseitig positiver Weise darzustellen, da die Bevölkerung sonst nicht an das Geld glaubt. Auf Geld wird also durch eine Steigerung der Verlogenheit eine Steigerung der Glaubwürdigkeit erzielt. Die Motivation hinter der Produktion von Falschgeld ist zwar meistens persönliches Gewinnstreben (wie übrigens auch im Falle der offiziellen Geldproduktion), doch besitzt Falschgeld aufgrund seiner antithetischen Position zum offiziellen Geldverkehr immer einen immanenten subversiven Charakter.

 

In Form einer Ausstellung werden verschiedene historische Formen von Falschgeld vorgestellt, einschließlich der dazugehörigen Herstellungstechniken und der (regelmäßig mißlungenen) Versuche der Autoritäten, das Geld vor Fälschung zu schützen. Weiterhin werden Beispiele für den offiziellen Diskurs gezeigt, mit dessen Hilfe der scheinbar selbstverständliche Wahrheitscharakter des Geldes erzeugt wird.