Gernot Fischers Malerei ist in einer gegenständlichen Tradition angesiedelt, die sich im vergangenen Jahrhundert auf großen Strecken im Verborgenen parallel zur dominanten abstrakten Malerei, weiter-entwickelt hat - einer Tradition , die über Jahrzehnte sogar völlig aus dem Blickwinkel der Kunstrezeption und damit auch aus der Öffentlichkeit verschwunden war, die aber dennoch Bestand hatte und, wie wir heute wissen, Kontinuität zeigt.“…..

“Als Fernsehkind geprägt durch die massive Mediatisierung sämtlicher Lebensbereiche, geht es demKünstler in der Malerei in erster Linie um die Verarbeitung dieser Einflüsse. Zeitgenössisches MalenBedeutet nicht mehr geniales - intellektuelles und emotionales - Schöpfen aus sich selbst, sondern denKünstlerInnen steht heute ein immenses allgemeines Bilderresservoir zur Verfügung auf das sie zurück-greifen können.
Dazu kommt ein freier, beliebiger Umgang mit
Motiv und Methode und eine unge-heure Freude
an der Malerei selbst, die sich aus einem neuen Selbstverständnis ableitet - einem neuen Bekenntnis zur Malerei, das nicht allenthalben in Frage gestellt wird und nach stetiger
Rechtfertigung verlangt.“..

Gernot Fischer rekurriert auf einen heterogenen Fundus an vorgefertigten Bildern - private und Bilder ausden Massenmedien. Als Grundlage seiner Arbeiten dienen alte Fotos, gedruckte Bilder, Filme, Werbemittel , und seit seiner Kuba-Serie 2001/02 selbst hergestellte fotografische

Abbildungen aller Art, wieErinnerungsfotos, die auf längeren Reiseaufenthalten in Kuba, Russland oder Syrien entstanden sind,Schnappschüsse, die vom Motorrad oder Auto aus gemacht werden, und gezielte, extra für den Zweckder malerischen Verarbeitung produzierte Aufnahmen.

Dieses Basismaterial wird in thematischen Serienumgesetzt. Die künstlerische Auseinandersetzung gilt der Untersuchung der Bilder und ihrer Bedeutung.“

..Auszug aus dem Katalogtext von Christine Wetzlinger-GrundnigKatalog: Gernot Fischer-Kondratovitch - Bilder 1997-2004